50 Stunden Transsibirsche Eisenbahn

Endlich! Jetzt sitzen wir wirklich in der Transsibirischen Eisenbahn, der weltweit längsten elektrischen Zugstrecke am Stück. Innerhalb einer Woche legt sie 9.288 km von Moskau nach Wladiwostok zurück und hält in über 80 Städten. Wir nehmen jetzt nur einen Teil davon mit. 50 Stunden von Moskau nach Novosibirsk! Das ist doch schon einmal ein kleiner Vorgeschmack auf das was uns weiterhin erwartet. Es gibt drei verschiedene Möglichkeiten diese Reise anzutreten. Fangen wir an mit der Luxusklasse: Da habt ihr einen Whirlpool, kostenlose Massagen und Vodka rund um die Uhr, sowie Bedienstete die ihr herum scheuchen könnt. Wenn ihr andere Erfahrungen gemacht habt, wart ihr vielleicht nicht in der „echten transsibirischen Eisenbahn“! Keine Ahnung wie es da außerhalb meinen (Tobi) Träumen abläuft, jedoch habt ihr ein Abteil für euch alleine! In der zweiten Klasse dem Coupé (wie es hier geschrieben wird) habt ihr ein Abteil, wo vier Leute Platz haben und wo ihr sozusagen eure Ruhe habt! In der dritten Klasse der Platzkart (exakt so heißt diese Klasse hier) findet ihr euch in einem Waggon mit 50 weiteren Leuten wieder. Dies ist die richtige Art zu reisen, denn so reisen alle, die wenig Geld in der Hosentasche haben. Leider sind die Menschen hier nicht so kommunikativ wie in Indien. In diesem Waggon gibt es acht durch einen Gang verbundene Abschnitte. Jeder Abschnitt hat sechs Schlafbetten, jeweils zwei übereinander, auf einer Gesamtfläche von ca. 3 x 2 Metern. Dann doch etwas komfortabler als in Indien. ;-)

 

Was uns aber an den russischen Zügen besonders gut gefällt, sind die erhitzten Wasserkessel, die sich immer bei der Kabine des für den jeweiligen Waggon zuständigen Personals befinden. Hier kann man sich jederzeit nach Herzenslust mit warmem Wasser für Tee, Kaffee oder Aufgieß-Fertiggerichte holen. Falls man sich nicht im Voraus selbst gut mit Nahrungsmitteln eingedeckt hat, kann man auch beim Personal diverse Sachen kaufen. Die Auswahl variiert je nach Zug, aber Tee, Schoki und Fertiggericht sind eigentlich immer zu haben, manchmal gibt es auch Zeitung, Chips, Nüsse und gebackene Leckereien zu kaufen.

 

Wir finden, dass die Sache mit den Toiletten noch ganz interessant ist. Wie diese so aussehen und riechen, kann sich bestimmt jeder gut vorstellen. Obwohl es teilweise große Unterschiede gibt zwischen den Waggons mit „Platzkart“ und den Waggons mit „Coupé“. Man muss aber dazu sagen, dass die Bahnbediensteten bei der Reinigung sehr eifrig sind. Uns ist es aber wichtiger darauf hin zu weisen, dass man seine Toilettengänge mit Bedacht wählt und sich frühzeitig über eventuelle längere Bahnhofaufenthalte informiert. Denn während dieser Zeit sind die Toiletten abgeschlossen (man ist ja schließlich in einer Stadt und möchte diese nicht mit den Fäkalien der Zug-Gäste verschmutzen…). Diese Verweildauer kann sich dann schon mal mit An- und Abfahrt bis zu 2 Stunden ausdehnen und nicht immer kann man dann, z. B. mitten in der Nacht oder an einer Grenze „austreten“. 

 

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