Goldener Ring!

29 Aug 2011

Nach dem brisanten Abend, hieß es dann weiter im Programm. Auf Grund von Lonely Planet, hieß es dann: Sergiev Posad. Eine Stadt aus dem Goldenen Ring! Dieser beinhaltet u.a. einige der ältesten russischen (Kloster-)Städte, reich an Architektur und Kunst, welche sich im Nordwesten in der Nähe Moskaus befinden. Unsere Klosterstadt wurde sehr früh gegründet und gehört mit all ihren goldenen Kuppeln wohl nicht ohne Grund zu diesem Goldenen Ring. Als eines von fünf Klöstern, konnte sich Sergiev Posad auch während der harten Anti-Kirchen-Jahre in der Sowjetunion behaupten. Sogar westlichen Besuchern war der Zugang zu dieser Zeit gewährt. Allerdings nicht ohne Hetzkampagnen gegen den Glauben und die Religion. Da kam es doch des Öfteren vor, dass die Gläubigen mit Plakaten und Flugblättern überhäuft wurden, auf denen die Religion als „Gift“ und „Verunreinigung“ und „das Böse“ selbst bezeichnet wurden. Den Kirchengängern wurde dringendst davon abgeraten, sich in solch zweifelhaftes und unehrenhaftes Terrain zu begeben oder sich sogar damit zu umgeben. Die damaligen Priester erfreuten diese Art von Kampagnen allerdings eher, da sie sich doch kaum eine bessere Werbung vorstellen konnten. Schließlich neigt der Mensch seit jeher dazu, sich von allem Verbotenen angezogen zu fühlen!

 

Der Weg nach Sergiev Posad ist von Moskau aus nur mit einem Zug zu erreichen. Kaum wird einem am Bahnsteig das Gleis angezeigt, bewegt sich eine riesige Menschenmenge im Eilschritt auf den Zug zu. Schließlich kann man, wenn man nicht schnell genug ist ohne Sitzplatz sein.

 

Als wir in dem Ort ankommen empfängt uns wieder einmal ein wenig „indisches Flair“: Viele kleine Verkaufsstände, ungeteerte Straßen, Menschengewimmel aber kein direktes Zentrum. Also, erst einmal herausfinden, wie wir ins Stadtzentrum kommen. Leider merken wir schnell, dass wir nicht mehr in Moskau sind. Niemand spricht Englisch, auch bei einer Gruppe Jugendlicher nachgefragt, kann uns keiner Auskunft erteilen. Aber nach kurzem Laufen entdecken wir die goldenen Kuppeln, die uns als Wegweiser dienen.  

 

Die Dreifaltigkeitskirche des Heiligen Sergius, erbaut 1420 bildet das Zentrum des aktiven religiösen Zentrums. Zu Ehren St. Sergius wird in dieser Kirche rund um die Uhr ein Gedächtnis-Gottesdienst abgehalten. Das von Mönchen geführte Kirchengut ist wie eine eigene kleine Stadt in Sergiev Posad, von einer Mauer umgeben. In diesem Bereich befinden sich mehrere Kirchen. Auch leckere Speisen und Getränke kann man sich zur Erfrischung kaufen. Wir haben uns natürlich heiliges Wasser aus der heiligen Quelle gegönnt. Sehr gut! Hier herrscht eine angenehme Ruhe und wir genießen es, einfach auf einer Bank zu sitzen und die Menschen zu beobachten. Ein sehr schönes Erlebnis und definitiv den Ausflug wert!

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