Kreml und andere Sehenswürdigkeiten

Eine absolute Sehenswürdigkeit ist die “Cathedral of Christ the Saviour” (Kathedrale Christus der Erlöser). Die sich am Fuße des Moskau-Ufers (Ja, es gibt wirklich einen gleichnamigen Fluss!) befindende Kirche ist eine Reproduktion der Ersten. Der Bau der ursprünglichen Kirche dauerte 44 Jahre! Sie wurde von 1839 bis 1883 aus Dankbarkeit und zur fortwährenden Erinnerung an den Sieg über Napoleon errichtet. Leider fand Stalin die Kirchen ja nicht so toll und hat diese dann auch gleichmal zerstören lassen. Er wollte stattdessen einen 315 m hohen „Palast der Sowjets“ erbauen lassen mit einer 100 m hohen Lenin-Statue. Das Projekt wurde allerdings nicht verwirklicht. Stattdessen konnte sich Moskau 50 Jahre lang über den größten Swimmingpool der Welt freuen, bevor die Kirche in diesmal knapp 2 Jahren erneut anlässlich der 850 Jahr-Feier Moskaus 1997 wieder eröffnet wurde. Die Kosten hielten sich mit 350 Millionen US-Dollar ja in Grenzen. ;-)

 

Nun zur Kathedrale selbst. Für uns war es ein Wahnsinns-Erlebnis! Nachdem Tobi am ersten Tag leider nicht mit hinein durfte, weil er keine langen Hosen an hatte, konnten wir dies am Sonntag, pünktlich zum Gottesdienst, nachholen. So betraten wir, Tobi mit langen Hosen und Caro brav mit Kleid und Kopfbedeckung, die Kirche. Das ist in den russisch-orthodoxen Kirchen Pflicht. Und wenn eine Frau mit Hose kommt, muss sie sich ein Tuch um die Hüften wickeln.

 

Bevor es gleich mit dem Bericht losgeht, wollen wir an dieser Stelle nochmal einen kleinen Beitrag zu den Kirchen machen! Kirchen sind in Russland der Mittelpunkt der Städte, sei es die „Cathedral of the Saviour on Spilled Blood“ in St.Petersburg, die „St.Basils Church“ in Moskau oder die „Kapelle des St.Nicholas“. Und neben diesen Kirchen gibt es weitere unglaublich viele und unglaubliche schöne Kirchen soweit das Auge reicht. Die meisten Kirchen sind verziert mit goldenen Kuppeln, um Gott zu ehren und weil dieser Ort Gott am nächsten ist. Dies ist eine schöne Bedeutung wie wir finden und aus diesem Grund hätten wir auch jederzeit wunderbare Motive und bald eine volle Speicherkarte.

 

Nachdem wir durch die Sicherheitskontrolle geschlüpft sind, hieß es dann leider erst einmal „Net kamara“. Dank meiner grandiosen Russischkenntnisse ging mir sofort ein Licht auf. Die Kirche kann man wie eine eigene Stadt beschreiben. Verwinkelte Straßen, Stände und ein großer Marktplatz. Mit einem russisch-orthodoxen Gebetsgesang wurden wir zum Kircheninneren getragen und wohnten gleich einer Messe bei. Ein Geistiger bahnte sich den Weg durch die Massen der vielen sich dreimal verneigenden und sich bekreuzigenden Gläubigen indem er weihrauchwedelnd um sich „schlug“. Im Mittelpunkt des Platzes befindet sich eine mit Gold verzierte kleine Kapelle, welche den Priestern als „Wort Gottes“ vorbehalten ist. Mit Weihrauchduft in der Nase und spirituellem Gemüt folgte dann der Chor. Dieser wird von Frauen gesungen und ohne Hilfe jeglicher Instrumente, denn diese sind in einer russisch-orthodoxen Kirche verboten. Diese braucht es auch nicht, wenn man einmal solch einen Chor gehört hat. Wir fühlten uns dem Himmel so unglaublich nah und es war eine beeindruckende Stimmung. Ehrlich gesagt fiel es uns wirklich schwer uns der Stimmen zu entfliehen, aber auch uns hatte das Touristenprogramm gepackt. Mit geistlicher Harmonie und strahlender Seele verließen wir die Straßen der Stadt.        

 

Das Fünf-Sterne-Highlight Moskaus ist ohne Zweifel die St. Basil´s Kathedrale. Genau, das ist diese mit den neun bunt bemalten Zwiebeldächern! Mit seiner 450 jährigen Geschichte und seiner zahlreichen Souvenirmotiven, auch ein Grund diese nicht auszulassen. Trotz eines Budgets von zehn Euro am Tag pro Person (bei dem wir leider fast immer darüber liegen), haben wir uns dazu entschlossen den Schritten Ivan des Schrecklichen zu folgen und einen Blick ins Innere zu werfen! Es handelt sich hierbei um neun einzelne Kirchen die in einer Außenmauer vereint werden. Ivan der Schreckliche wollte eine unvergessliche und einmalige Kirche erbauen. Das hat er wohl geschafft und somit zählt diese Kirche als Aushängeschild Russlands. Vielleicht heißt es auch deshalb dass er den Architekten dieser Kirche ermorden lassen hat, damit diese Kirche nicht nochmal nachgebaut wird.      

Wenn man in Moskau ist, muss man natürlich den roten Platz und den Kreml gesehen haben. Leider war der rote Platz bei uns, aufgrund einer startenden Militärparadenorgie, nicht mehr ein Platz wie im ursprünglichen Sinne. Das Wahrzeichen von Moskau ist ohne weiteres der Kreml. Als ehemalige Festungsanlage eines der Höhepunkte bei einem Besuch in Moskau. Diesbezüglich standen uns auch zehn Euro Eintrittsgeld pro Person nicht im Weg und somit starteten wir den Gang durch die Sicherheitskontrolle ins Innere der roten Mauern. Leider war das Innere dann sehr ernüchternd. Im heiligen Kreml habt ihr dann die Möglichkeit eine große Glocke sowie eine große Kanone zu bewundern, neben den vielen asiatischen Starfotografen wohl bemerkt. Danach fühlt ihr euch dann wie bei „Geh aufs Ganze“: Leider findet ihr nicht in einem der Tore das erhoffte Glücksgefühl im Kreml gewesen zu sein, sondern in allen Toren einen Zonk! So haben wir uns zumindest gefühlt, denn ihr habt eine Auswahl von fünf Kirchen und alle sehen irgendwie gleich aus. Und nach dem wir schon die Erlöserkirche von Christus bewundert haben, war uns irgendwie nicht mehr nach Kirche. Falls ihr euch dann noch von den Massen abheben wollt und mal aus der Reihe tanzen wollt und etwas Geheimes und Tolles sehen wollt ist leider auch nicht viel drin! Falls ihr es trotzdem versucht und von den Touristenwegen abzweigt werdet ihr gleich mit einer Melodie, welche aus der Trillerpfeife eines Polizisten besungen wird, darauf hingewiesen doch schnellstmöglich wieder umzukehren. Das haben wir dann auch gemacht und haben uns verabschiedet! Aus diesem Grund sehen wir unsere zwanzig Euro als Investition für die Straßen Russlands! Hallo Medwedew!

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